Bürgerinitiative „Unsere Dörfer gegen WKA“ gegründet

Unsere Wählergemeinschaft hat maßgeblich dazu beigetragen, dass am 4. Oktober 2015 eine erste große Versammlung einberufen und damit die BI „Unsere Dörfer gegen WKA“ ins Leben gerufen werden konnte.

123 Menschen machten sich auf, um in die Duvenseer Schmiede zu kommen. Zunächst wurden anhand einer Karte die geplanten WKA-Standorte gezeigt. Es hätte zur Folge, dass manche Dörfer unserer Region von insgesamt 40 WKA regelrecht eingekesselt wären. Geplant waren in Klinkrade Anlagen mit einer Nabenhöhe von 115 m, einem Rotorkreis von 113 m Ø und einer Gesamthöhe von 170 m. In Sierksrade sollten Anlagen von 180 m Gesamthöhe entstehen, sogar 200 m Höhe waren im Gespräch. Anschließend wurde die derzeitige Gesetzeslage dargelegt. Für Staunen und teilweises Entsetzen unter den Zuhörern sorgte die Tatsache, dass durch das OVG-Urteil vom Januar 2015 das Mitspracherecht unserer Gemeinden, Amts- und Kreisverwaltungen ausgehebelt wurde. Auch Bürgerentscheide gegen WKA spielen keine Rolle mehr. Kurz gesagt: Sämtliche demokratischen Prozesse wurden durch ein Gremium, in Person eines Richterkollegiums am OVG, einfach weggewischt. Einzig und allein ist das LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) für Genehmigungen zuständig. Zum Genehmigungsverfahren wurden zwar Institutionen und Bevölkerungsminderheiten befragt, nicht aber die Bürger und Vertretungen der betroffenen Dörfer.

Ein Bürger aus Grinau berichtete über die ständige Geräuschbelästigung und die Schlagschatten in seinem Wohnzimmer. Er brachte damit seine Machtlosigkeit und auch seinen Ärger darüber zum Ausdruck, dass die Gemeinde Kastorf den Grinauern die WKA direkt vor die Nase gesetzt haben. In vielen kleinen Gesprächsrunden im Anschluss wurde über das Thema gesprochen und es zeigten sich viele Leute daran interessiert, aktiv mitzuwirken.

Einige anwesende Windkraftbefürworter waren sich nun darüber im Klaren, dass ihnen zukünftig eine starke Gemeinschaft gegenüber stehen würde.

In den zurückliegenden zwei Jahren hat sich gezeigt, dass der Zusammenschluss vieler Dörfer unserer Region, und zwar amtsübergreifend aus den Ämtern Sandesneben-Nusse und Berkenthin, viel effektiver ist, als der Widerstand einzelner kleiner Gemeinden. Durch gezielte Öffentlichkeits­arbeit, die im Laufe der Zeit auch in der regionalen Presse zunehmend Gehör fand, konnten die Windkraftbefürworter nicht mehr schalten und walten wie es ihnen passte. Die zusätzliche Vernetzung mit den Initiativen aus dem Südkreis tat ein Übriges.

Viele Aktionen im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg zwangen auch die Regionalpolitiker, sich mit dem Thema Windkraft und dem wachsenden Widerstand dagegen auseinanderzusetzen. Die Tatsache, dass fast alle ehemaligen Potentialflächen aus der aktuellen Planung verschwunden sind, können sich alle Bürgerinitiativen unseres Landkreises, somit auch wir, auf ihre Fahnen schreiben.

Auf der Webseite unserer Bürgerinitiative www.bi-gegen-wka.de ist ein sehr umfangreiches Archiv zu den Aktivitäten zu finden. Vorläufiger Höhepunkt: Die Universität Gießen plant eine wissen­schaftliche Studie zum Thema „Bürgerinitiativen gegen Windkraft“. Es wurde u.a. auch unsere BI ausgewählt, ausführlich zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Kann es eine höhere Auszeichnung unserer Aktivitäten geben?

Es wird nun mit Spannung auf die Veröffentlichung der neuen Regionalpläne durch die Landes­regierung gewartet. Das soll voraussichtlich im Juni 2018 geschehen. Es bedarf keiner großen Voraussicht, dass es dann an der z.Zt. ruhigen „WKA-Front“ wieder sehr heftig zugehen wird. Die Bürgerinitiative „Unsere Dörfer gegen WKA“ ist gewappnet.

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